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No balls, no games

Foto & Art Copy­right © 2011 banksy

Wir hingegen durften Ballspielen, Verbotsschilder kenne ich nicht, unsere Anweisung lautete anders: Nicht vor den neuen Zaun vom »Ackermann« schießen. Der Ackermann hieß nicht wirklich Ackermann – wir hatten ihn so genannt, weil nur an Wochenenden in seinem Garten war, der an unseren Acker grenzte. Es war auch kein wirklicher Acker, sondern eine große Wiese am Ende unseres Gartens. Dort spielten wir Tennis, Cowboy und Indianer, Fußball, der neue Drahtzaun des Ackermanns war innerhalb kürzester Zeit verbeult, ich erinnere das metallische Geräusch, wenn wieder ein Schuss ungehalten blieb. Aber der Ackermann war ein gutmütiger Mensch, und er war sportlich, und so ließ uns gewähren. An manchen Tagen versuchte er sich in einem Tennis-Match gegen uns. Er spielte im Verein, regelmäßig und gut, aber auf diesem holprigen Boden hatte er kaum eine Chance, das alles ähnelte mehr Tischtennis und musste aus dem Handgelenk gespielt werden, seine korrekte Technik half nicht bei verspringenden Bällen.

Am anderen Ende des Gartens lebte Herr Roenert mit seiner Frau, hinter einem ebenfalls mannshohen Drahtzaun, von hinten verkleidet mit Strohmatten, dahinter eine Reihe von Tannen, dahinter er. Wir konnten kaum abschätzen, ob er sich im Garten befand, und immer wenn wir einen verlorenen Ball nicht aufgeben wollten, war die Bergung eine kleine Mutprobe. Ich erinnere mich noch, dass Herr Roenert Darmkrebs hatte, »der hat einen künstlichen Ausgang« flüsterte meine Mutter einmal, und es gab noch kein Google um herauszufinden, was damit wohl gemeint war. Der Mann war groß, und meistens schaute er sehr erwachsen. Die Ernsthaftigkeit seiner Zurechtweisungen erinnere ich, nicht aber seinen genauen Namen – es könnte auch »Roehnert« gewesen sein, mit einem »h«. Ich weiß es nicht mehr, und ich wusste es damals nicht. Ich wusste sowieso wenig in diesen Zeiten, nur die üblichen Regeln: Man schießt nicht gegen den Zaun, legt die Hände neben den Teller, darf nach dem Essen nicht ins Wasser, »Du« schreibt man groß.

Es ist nicht viel geblieben, aber das große »Du« hielt sich hartnäckig. Noch heute schreibe ich es so, und erst durch die Vorbereitungen für die Aktion Libero hat sich an dieser Großartigkeit etwas verändert – es arbeiten moderne Menschen dort, und das »Du« wird zwangsläufig zum »du«, alles klein und das ist auch gut so, ich musste mich dran gewöhnen und wurde gleichzeitig entwöhnt, das große »Du« geht mir langsam verloren. Nun bin ich sowieso der tiefen Überzeugung, dass Sprache wichtig ist, und keineswegs egal, wie man sie gebraucht. Ich zucke zusammen, wenn ich von »Bullenschweinen« lese oder vergleichbaren Einordnungen, und ich bin mir sicher, dass Worte keine Einbahnstraße sind, dass nicht nur Wörter Gedanken zum Ausdruck bringen, sondern dass die Benutzung von Wörtern umgekehrt auch das Denken beeinflusst. Automatisch muss ich mir selbst also verdächtig sein, wenn ich meine eigene Sprache beobachte, und so ist mir auch dieses geschrumpfte »du« ein bisschen suspekt: Laufe ich vielleicht Gefahr, in Dir nur noch ein dir zu sehen, ist das nicht automatisch auch weniger, was geschieht da mit mir, und mit dir?

Es beruhigt mich ein wenig, dass man es auch von einer anderen Warte aus sehen kann, im Grunde ist es ja nur eine Angleichung zum ich, das rückblickend schon immer kleingehalten wurde. Das klingt kompliziert, und vielleicht ist es das auch, was ich eigentlich sagen wollte: Wundere dich nicht, wenn ich dich nicht mehr groß schreibe, es hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun. Im Gegenteil: Wir werden uns zukünftig auf Augenhöhe begegnen.

»You’re welcome to download whatever you wish from this site for personal use.« Es klingt sehr frei, was dort auf der Homepage steht.

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Lesereise
Aktion Libero

Es waren aufregende Tage, nun bin ich endlich dazu gekommen, einige der vielen individuelle Texte zur Aktion Libero zu lesen. Meine ersten, persönlichen Favoriten unterscheiden sich sehr in Form und Inhalt:

Wer @heinzkamke kennt, weiß um seine behutsame und respektvolle Art, umso überraschter war ich über die klaren Worte, die er für seine Motivation fand, »Ist das alles?« fragt er, und er findet gute Antworten. Der ruppige Herr Kamke gefällt mir.
angedacht: »Ist das alles?«

Der @Chemieblogger überschreibt seinen Text mit »Nachdenken«, und auch ich werde das noch gründlicher tun müssen: Identifikation bedeutet Exklusion, Verweise auf die Verdrängungsmechanik des eigenen Rassismus, schwere Kost, aber das Thema muss ja auch nicht zwingend zum Nachtisch gereicht werden.
Chemieblogger: »Nachdenken«

Besonders @_catenaccio hat mich überrascht, mit einem sehr persönlichen Text, der von Prägung und Entwicklungen erzählt, von der Chance zu wachsen und seine Sichtweisen zu verändern, zu lernen. Der Text gibt ein Gefühl von der Hoffnung, die zumindest ich auch mit der Aktion Libero verbinde, dass eben aus einer eher formalen Aufmerksamkeit eine substantielle Achtsamkeit erwächst. Das ist lebendig.
catenaccio: »Aktion Libero«

Auch wenn ich nur selten im Stadion bin, der Text vom @spielbeobachter ist mir nah: »Beenden wir die Angst« erzählt von der Verwandlung des Ichs zum Teil des vielköpfigen Tiers. Beeindruckend klar in der Erkenntnis, dass auch wir selbst Verantwortung tragen.
spielbeobachter: »Beenden wir die Angst.«

Der Beitrag von Frau @Jeky spannt einen sehr weiten Bogen von reinen Fakten in schlüssigem Zusammenhang, über den eigenen Verein FC St. Pauli bis hin zu einem Fazit, das mir besonders gefällt: Dass es nach allen Gedanken, Interpretationen und Verweisen am Ende: um Liebe geht.
Fabulous Sankt Pauli: »Aktion Libero«

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Aktion Libero

Aktion Libero | Sportblogs gegen Homophobie im Fußball

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

 
Aktion Libero | Sportblogs gegen Homophobie im Fußball

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Ich ist etwas Anderes
Aktion Libero

Als ich ein Kind war, habe ich die Geburtstage der Großen genossen. Auf dem langen Tapeziertisch im Wohnzimmer waren weiße Decken ausgebreitet, darauf Glasschüsseln mit Nudelsalaten, Kartoffelsalaten, Tomatensalaten, Salate und Eier und Frikadellen, heiße Würstchen, es wurde süßer Wein getrunken und starkes Altbier, der Raum war vernebelt, damals rauchte man noch. Für mich war es eine fremde Welt, in der sich die Erwachsenen mit fortschreitender Stunde ganz anders benahmen. Sie redeten durcheinander und lachten zunehmend lauter, die Männer in schwarzen Hosen und weißen Hemden, die Frauen mit hohen Frisuren, aus Eltern wurden Menschen. Wir Kinder lebten derweil in unserer eigenen Welt, wir durften aufbleiben über alle Grenzen hinweg. Später gingen wird regelmäßig in den Garten um zu überprüfen, ob der Wolf sich zeigen würde, wir vermuteten ihn hinter dem Baum, oder dem Busch, und wir versuchten uns in seinem Geheul, um ihn anzulocken. Auch den Zustand der Großen kontrollierten wir wiederholt; es ging ihnen gut, und uns.

Eine solche entspannte Parallelität unterschiedlicher Seinszustände habe ich später nur noch selten erlebt. Ich habe in Beziehungen gesteckt, die mich in Kompromissen weniger werden ließen; ich bin Freunden begegnet, deren fremde Regeln ich erfüllte. Ich habe Berufe ausgeübt, in denen sich Menschen auf eine surreale Weise begegneten und habe in Besprechungen mit Menschen gesessen, deren Seele Krawatte trug. Ich habe gelernt, für Teile meines Lebens ein Chamäleon zu sein. Das Verlernen dieser Mechanismen dauert lange, wie ich heute weiß.

In einem Leben zu stecken, das nicht das eigene ist, als ein Mensch, der man nicht sein will: das funktioniert. Aber es führt zum schleichenden Selbstverlust. Wer jemals auch nur eine Stunde mit Menschen verbracht hat, zu denen er nicht passt, für die er aber aus welchen Gründen auch immer gut sein muss, indem er ein Anderer ist, der kann ermessen, wie es sein mag, das einen ganzen Tag lang tun zu müssen, eine Woche, oder ein Leben lang. Gemeinsam mit Anderen zu leben als jemand, der man nicht ist; unter Anderen zu sein und gleichzeitig auf elementare Weise alleine zu bleiben: Eine größere Einsamkeit kann ich mir kaum vorstellen. Das fällt mir ein, wenn ich an schwule Profifußballer denke.

Seit ich mir ein solches Leben für einen einzigen Moment vorgestellt habe und erkenne, welche Folgen das zwanghafte Klima des Fußballs für einen Menschen auch im Jahre 2011 haben kann, weiß ich, dass sich das ändern muss.

Die Aktion Libero ist mir wichtig.

Illustration Copyright © 2011 Max | Als ich meinen Sohn (10) um eine Zeichnung bat und ihm kurz erklärte, wovon der Text handelt, da sagte er sofort: »Klar, ich weiß auch schon was ich mache: ein zweigeteiltes Gesicht.« Sowieso hatte er auf dem Heimweg neulich schnell begriffen, worum es bei der Aktion Libero geht, ich brauchte nicht lange zu reden und keine guten Argumente. Er regte sich auf, das sei ja unmöglich, man solle sich nur mal vorstellen, wie sich das anfühlen möge, wenn man beispielsweise Manuel Neuer wäre und den Mario Gomez ganz toll fände, weil der solch kräftige Beine habe, und man das total für sich behalten müsse: Das sei ja unnötig und doof … Man muss Kindern vielleicht vieles erklären, mag sein. Aber sicher nicht die Welt.

Der Titel dieses Artikels bezieht sich auf eine Ausstellung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im Jahre 2000, »Ich ist etwas Anderes | Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts«.

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WordPress-Plugin
Aktion Libero

Das Plugin für die Aktion Libero findet man direkt bei WordPress. Falls es über die Installationsfunktion eines WordPress-Weblogs gesucht wird, sollte der Begriff »Libero« zum gewünschten Ergebnis führen.

Sobald das Plugin installiert und aktiviert ist, kann man das Widget in die Seitenleiste des Weblogs ziehen. Wer möchte, kann optional einstellen, welche Überschrift über den Nachrichten stehen soll, wie viele Nachrichten angezeigt und auf welche Länge sie gekürzt werden.

Von nun an sollten* Logo und neueste Artikel der Aktions-Homepage in der Seitenleiste des Weblogs angezeigt werden.

*) Ich bin nicht geübt in der Entwicklung von Widgets, das ist mehr zusammengebastelt: Die Bereitstellung erfolgt ohne Gewähr. Falls also etwas nicht klappen sollte, bitte ich um Nachsicht und Mitteilung …

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Länderspielpause
Ukraine vs. Deutschland (3:3)

Ach ja, da war dieses seltsame Länderspiel. Es entspricht meinen letzten Wochen, denn obwohl ich zugesehen hatte, kam mir das Spiel eher wie eine traumhafte Erinnerung vor, so seltsam zerrupft, und ob es nun ein 3-5-2 war, oder doch ein 3-4-2-1, das ist im Grunde egal, überfordert hat es die Spieler, und mich. Ich ärgerte mich über die Arroganz, drei Mann in der Abwehr, mehr brauchen wir nicht, dabei war es sicherlich keine Arroganz, sondern eher eine Erinnerung an frühe eigene Fußballzeiten, als alle dort vorne herumturnten und nur ich ein Opfer meines Pflichtbewusstseins war, man kann doch nicht nur nach vorne rennen ganz ohne Verteidigung, ich war eine einsame Dreierkette in Personalunion – man könnte sagen, ein Libero.

Ich schaute zu und ich rang mit den Bilder aus D-Jugend-Zeiten, der Hummels tat mir leid und der Aogo, und auch Ron-Robert Zieler, und sie alle aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich muss immer an Rob Roy denken, nicht wegen der Haare, es ist eher der Spaß an dem Zweiklang, ich muss innerlich lächeln und weiß nicht warum. Ron-Robert hat sich befreien können aus diesem lange unglücklichen Spiel für ihn, und befreit auch aus dem Wann-zuletzt-Gerede des Kommentars: Irgendwann kam er mit den Fingerspitzen dran: Manchmal reicht ja die kleinste Berührung, um dem Ball eine neue Richtung zu geben, und der Welt.

Eigentlich taten sie mir alle ein bisschen leid in dieser Hilflosigkeit des neuen Systems, diese Begriffsstutzigkeit war beinahe körperlich zu spüren, die Verwirrung. Dabei bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob das tatsächlich so war, denn es kann sehr gut auch sein, dass es vor allem meine eigene Begriffsstutzigkeit war, und meine Verwirrung, aber es ist auch egal, denn die Gründe haben ihre Relevanz sowieso längst verloren, und zu einer vernünftigen Analyse bin ich heute kaum fähig – ich bin mit den Gedanken woanders.

Denn auch ich habe mich in den letzten Wochen in einem System bewegt, das mir unbekannt war, das ich weder gelernt habe, noch beherrsche: Vor längerer Zeit hatte ich eine Idee, und aus einem ersten formulierten Gedanken entstand der Plan für eine Aktion, an deren Vorbereitungen seit Wochen eine ganzes Team arbeitet. Auf welche Weise sich all das entwickelt hat, das hat mich selbst überrascht, und es überrascht mich immer wieder aufs Neue: So viele Menschen, so viel Herz und Verstand, all diese freiwilligen Anstrengungen für eine gute Sache. Mich macht das sehr dankbar.

Am 16.11.2011 geht es los, dann startet die Aktion Libero.

Ohne diese Menschen wäre der nächste Mittwoch nur ein Mittwoch: Andi Althoff, Stefanie Barthold, Alex Feuerherdt, Sebastian Fiebrig, Manuel Geiger, Jens von Harder, Jens H., Fanny Heather, Tobias Kreimer, Stefanie Lamm, Kai L., Alexander Lehmann, Jens Matheuszik, Max Ost, Jens Peters, Rosa Wernecke, Peter Schmitt, Torsten Seiler, Sebastian Weissborn, Patrick Völkner und ein Dank auch an jene, die ich vergaß (was schlimm wäre), oder heute nicht nennen kann.

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Trikottausch

»Das Trikot beinhaltet viele Werte«, sagt Bundestrainer Löw. Da hat er Recht, in der Regel stecken teure Spieler drin, aber gemeint ist es anders: Stolz, Tradition, große Erfolge, Namen und Geschichten, all das gehört zur Inhaltsangabe, dieses Trikot soll wie all jene zuvor emotional aufgeladen werden:

Drei dünne Diagonalstreifen in den Nationalfarben schwarz, rot und gold, die die Attribute »Dynamik, Stolz und Eleganz« spiegeln sollen, zieren das Heimtrikot.

Ob nun tatsächlich der Eindruck von Dynamik entsteht, wenn man diese dünnen Linien sieht, das darf man bezweifeln, aber es ist auch gar nicht relevant: Jede Idee kann man erklären und keine Erklärung lässt sich ungehört machen – das beeinflusst zwangsläufig die Rezeption, die Dynamik wird herbeigeredet. Das Handbuch zum Trikot ist geschrieben und verinnerlicht, so etwas funktioniert, Designer tun es deshalb regelmäßig und gerne. Es hilft vor allem schwachen Entwürfen, gutes Design braucht keine Erklärungen.

Die Akzeptanz dieser Mittelmäßigkeit geschieht zwangsläufig, denn auch in der Gestaltung ist es so: Gewohnheit korrumpiert. An jedes noch so schlechte Ding kann man sich gewöhnen, mit dem dritten und vierten Blick wird vertraut, was im Grunde nur auf den ersten Blick authentisch beurteilt werden konnte. Das ist ein bisschen schade, weil die summierte Schönheit im Alltäglichen unter dieser Flüchtigkeit des guten Geschmacks leidet, andererseits ist es hilfreich: Ich habe das neue Trikot jetzt zum dritten Mal angeschaut, langsam tut es weniger weh.

Erst das Neue macht das Aktuelle zum Alten. Auch dieser Umstand wird Teil von Rezeption und Urteil, und wer verkaufen muss, nutzt das gerne. Nicht umsonst bringen Autohersteller selbst dann neue Modelle auf den Markt, wenn es technisch kaum Änderungen gibt: Ein erster Schritt für das Neugeschäft ist, Fakten zu schaffen – das neue Modell verortet das aktuelle Auto in der Vergangenheit. Eine Optimierung von Technik, Qualität oder Design ist nicht zwingend notwendig für diesen Prozess, Kern des Prinzips ist die Veränderung.

Im Prinzip tut es der DFB hier den Bundesligavereinen gleich: Mehr Trikots zu verkaufen wird leichter, wenn es neue Trikots sind. Der Kreis potentieller Käufer wird maximiert, der Verkauf startet mit bereinigter Zielgruppe. Auch die Nationalspieler werden für die Vermarktung eingespannt, sie erfüllen die Aufgabe pflichtbewusst, mit unterschiedlichem Talent. Wenn Philip Lahm das neue Trikot kommentiert, »das neue Design ist sehr elegant, und auch der Stoff fühlt sich richtig gut an«, dann muss man unweigerlich an spätnächtliche Verkaufssendungen denken.

Könnte man den Vereinen den Zwang zur Gewinnmaximierung noch als Entschuldigung durchgehen lassen für diesen fortwährenden Trikottausch – obwohl ich den ersten bejubeln würde, der sich verwehrte –, so fällt mir das bei den Klamotten des DFBs endgültig schwer. Warum also Fans ohne Not in eine Situation bringen? Ein gut gestaltetes Trikot dürfte gerne lange getragen werden, ein paar Jahre ganz sicher, oder Dekaden. Und da wären sie dann auch wirklich drin: Stolz, Tradition, große Erfolge, Namen und Geschichten.

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