Permalink

»I will lose, I will win, I will cry, I will jump«

Foto: Copyright © 2009 by Tsutomu Takasu | Videolink via Probek

Am 22.5. wird José Mourinho sich entscheiden müssen, gewinnen oder verlieren, weinen oder vor Freude hüpfen, denn es geht um den größten Erfolg im europäischen Vereinsfußball und gegen die Bayern. Wie wird er das anstellen?

Van Gaal hat den FC Bayern München neu erfunden, die Mannschaft trägt sein Gesicht, sie läuft seine Wege: Ein solch kontrolliertes Spiel hat man in den letzten Jahren von keiner Mannschaft in Deutschland gesehen. Das ist faszinierend, und an guten Tagen hat man auch gegen große Gegner den Eindruck, das Spiel laufe nach einer Dramaturgie, die ein erfolgreiches Ende zwangsläufig macht. Mourinho wird ein Mittel dagegen finden müssen, so wie er ein Mittel gegen Barcelona fand: Die Spanier brauchen Raum, um spielen zu können – den hat Mourinho ihnen verwehrt, das Spielfeld reduziert auf einen zehn Meter tiefen Streifen: Ihr wollt spielen? Macht das. Bis hier hin.

Spannend wird sein, zu sehen, für welche Strategie er sich gegen die Bayern entscheidet und ob sie erneut so exakt auf den Gegner zugeschnitten sein wird. Falls er das will, muss sein erstes Ziel sein, die Ordnung der Bayern zu stören. Denn auch das konnte man häufiger sehen, wenn auch in jedem weiteren Spiel seltener – gerät die Ordnung durcheinander, wackelt der Verein. Zu jung ist der bayerische Weg, als dass sich das Konzept des Holländers im Alltag auf dem Rasen schon hätte ausreichend stabilisieren können.

Dass hingegen van Gaal sich etwas Besonderes einfallen lässt, wäre eine Überraschung. Zu selbstbewusst ist der Holländer und absolut überzeugt von seiner Linie. Warum sollte der Chef sich nach dem Schüler richten? Wir werden also sehen: die Bayern in gewohnter Strategie und: überraschend quirlige Mailänder. Mourinho wird die Ordnung sabotieren: mit Tempofußball. Schnell, riskant, frühes Pressing, ein großes Durcheinander. Zumindest sollte man darauf hoffen, denn die naheliegende Alternative wäre Rasenschach – ein ordentliches Spiel, große Langeweile, Elfmeterschießen. Dann jedoch hätte Mourinho verloren, ganz klar, und statt seiner würde Butt zum Helden: Einen letzten Elfmeter hält er, einen letzten Elfmeter versenkt er, ab zur WM.

»Ce sont les meilleurs, Sie sind die Besten, These are the Champions, Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions.«

Wir werden sehen.

Permalink

Und kaum sagt der Kommentator, er »habe keine Angst um Hamburg«, hören die auf zu spielen. Klare Sache: Holger Pfandt ist Schuld. #hsv

Veröffentlicht von: Harald Müller | Unterhaltung: Kommentare deaktiviert | Kategorie: Kurz | Schlagwörter:

Permalink

Und nou?

Foto: Copyright © 2009 by krawallo²

Inter Mailand mag sich ins Finale gemauert haben, aber was ist schon gegen solides Handwerk zu sagen? Mourinho ist es gelungen, den Spaniern sukzessive das Rot aus den Trikots zu stehlen, und mit einem Mal stand diese Mannschaft von Künstlern im Blaumann da. Von der Edelarchitektur zum Abbruchunternehmen. Die Mauer muss weg, aber wie?

Guardiolas taktischer Ansatz schien reduziert auf »weiter so« und Gottvertrauen. Aber Messi hatte Pause an diesem Abend. Und so rannten sie ein ums andere Mal um die Italiener herum, von links nach rechts, von rechts nach links, über weite Strecken hatte man den Eindruck, einem Handballspiel zuzusehen. Nur der Kreis hatte Ecken.

Heiner Brand hätte Guardiola eine Empfehlung geben können: Wenn es mit dem Kreisläufer nicht passt, dann versuch es aus der zweiten Reihe; wenn die abgedeckt wird, spiel über die Außen. Aber Außen, das findet ja nicht mehr statt im modernen Fußball. Vielleicht hätte an diesem Abend nur Rüdiger Abramczik den FC Barcelona retten können.

Permalink

Der Workaholić

Foto: Copyright © 2009 by jupp137

Während der Saisonvorbereitung ging es damals regelmäßig um den Park, drei Runden. In der ersten Runde machte ich ein bisschen mehr Tempo, damit ich mich für die zweite Runde in die Büsche schlagen konnte. Während ich dort also saß und eine Zigarette rauchte, konnte ich die Jungs beobachten und Thomas. Thomas lief grundsätzlich vorneweg und regelmäßig am Limit. Gegen Ende der zweiten Runde machte er dann eine kurze Pause um sich zu übergeben, danach ging es weiter. Erster wurde Thomas nie.

Immer, wenn ich Ivica Olić sehe, muss ich an Thomas denken. Olić ist kein Stratege, er spart sich nicht auf für den einen richtigen Moment – für ihn ist jeder Moment richtig. Er gibt von der ersten Minute an alles, und für jede weitere Minute. Wenn 50.000 Menschen im Stadion erkennen, dass ein Ball unerreichbar ist, und Millionen an Bildschirmen, dieser eine läuft dennoch hinterher. Man kann ja nie wissen. Aber man kann sichergehen, das jede noch so kleinste Hoffnung berechtigt ist: Indem man alles gibt. Immer. Olić.

Mit dieser Einstellung ist Olić ein besonderer Mensch und ein tatsächlicher Profi. Das mögen manche belächeln, es mag nicht modern sein, und er würde mit dieser Einstellung gewiss auch niemals einen Marathonlauf gewinnen. Aber auf dem Weg, da würde er ein Tor machen. Mindestens.

Seite 30 von 37« Erste...1020...2829303132...Letzte »