Auch für Bremen geht es um alles: Chance auf CL, Chance auf Pokal, im Hinterkopf die Ahnung von dem Pech, das im Norden daheim ist. #werder
Und kaum sagt der Kommentator, er »habe keine Angst um Hamburg«, hören die auf zu spielen. Klare Sache: Holger Pfandt ist Schuld. #hsv
Und nou?

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Inter Mailand mag sich ins Finale gemauert haben, aber was ist schon gegen solides Handwerk zu sagen? Mourinho ist es gelungen, den Spaniern sukzessive das Rot aus den Trikots zu stehlen, und mit einem Mal stand diese Mannschaft von Künstlern im Blaumann da. Von der Edelarchitektur zum Abbruchunternehmen. Die Mauer muss weg, aber wie?
Guardiolas taktischer Ansatz schien reduziert auf »weiter so« und Gottvertrauen. Aber Messi hatte Pause an diesem Abend. Und so rannten sie ein ums andere Mal um die Italiener herum, von links nach rechts, von rechts nach links, über weite Strecken hatte man den Eindruck, einem Handballspiel zuzusehen. Nur der Kreis hatte Ecken.
Heiner Brand hätte Guardiola eine Empfehlung geben können: Wenn es mit dem Kreisläufer nicht passt, dann versuch es aus der zweiten Reihe; wenn die abgedeckt wird, spiel über die Außen. Aber Außen, das findet ja nicht mehr statt im modernen Fußball. Vielleicht hätte an diesem Abend nur Rüdiger Abramczik den FC Barcelona retten können.
Der Workaholić

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Während der Saisonvorbereitung ging es damals regelmäßig um den Park, drei Runden. In der ersten Runde machte ich ein bisschen mehr Tempo, damit ich mich für die zweite Runde in die Büsche schlagen konnte. Während ich dort also saß und eine Zigarette rauchte, konnte ich die Jungs beobachten und Thomas. Thomas lief grundsätzlich vorneweg und regelmäßig am Limit. Gegen Ende der zweiten Runde machte er dann eine kurze Pause um sich zu übergeben, danach ging es weiter. Erster wurde Thomas nie.
Immer, wenn ich Ivica Olić sehe, muss ich an Thomas denken. Olić ist kein Stratege, er spart sich nicht auf für den einen richtigen Moment – für ihn ist jeder Moment richtig. Er gibt von der ersten Minute an alles, und für jede weitere Minute. Wenn 50.000 Menschen im Stadion erkennen, dass ein Ball unerreichbar ist, und Millionen an Bildschirmen, dieser eine läuft dennoch hinterher. Man kann ja nie wissen. Aber man kann sichergehen, das jede noch so kleinste Hoffnung berechtigt ist: Indem man alles gibt. Immer. Olić.
Mit dieser Einstellung ist Olić ein besonderer Mensch und ein tatsächlicher Profi. Das mögen manche belächeln, es mag nicht modern sein, und er würde mit dieser Einstellung gewiss auch niemals einen Marathonlauf gewinnen. Aber auf dem Weg, da würde er ein Tor machen. Mindestens.
+365
Kaum zu glauben, dass es ein Jahr her sein soll, dass Klinsmann am Ende war, Bayern am Ende schien; es wirkt eher wie eine Dekade. Junge Spieler, die vor einem Jahr noch kaum jemand kannte, sind heute Leistungsträger. Spieler, die verloren schienen, erstarken neu – van Bommel wurde vom Ellenbogen zum Kopf der Mannschaft, Schweinsteiger nähert sich der WM-Form von 2006 an, Lahm ist wieder wach, Altintop.
Die lang vermisste Sicherheit ist zurück, das ligaweit gefürchtete Selbstvertrauen ist wieder da. Und so herausragend die Einzelleistungen auch waren – Robben in den letzten Spielen, Ivica Olić heute – so sind sie in dieser Häufigkeit nur als Resultat taktischer Perfektion zu verstehen: Die Souveränität des Bayernsieges gegen Lyon ist eine Souveränität van Gaals. Diese Saison ist eine Saison der Trainer, es folgen Endspiele im Wochentakt: Van Gaal gegen Magath, gegen Schaaf, van Gaal gegen Mourinho oder Guardiola. Der Holländer ist auf dem besten Weg, den FC Bayern zu einem Meisterstück zu machen.