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In der Pause ein verschwitzter Spieler, kaum noch Atem, er beantwortet ganz ruhig die Fragen des Reporters. Dann in die Kabine. Deutschland führt 1:0 gegen die USA, die Weltmeisterschaft hat begonnen. Das hier ist #Eishockey, im Fußball würde es niemand wagen.

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Jogis Jungs

Im Sommer 2009 schaute ich den Jungs der U21-Nationalmannschaft zu, und ich war begeistert: Am Ende eines fantastischen Turniers wurden sie Europameister (4:0 gegen England). In meiner Euphorie hätte ich sie am liebsten geschnappt und voller Zuversicht zur WM nach Südafrika geschickt. Das gefiel mir alles viel besser als bei den Großen, Kinder an die Macht!

Nun, ein bisschen ist es tatsächlich so gekommen: Als Jogi Löw heute seinen erweiterten Kader für die WM 2010 vorstellte, fanden sich darin sieben jener U21-Europameister, darüber hinaus drei aktuelle U21-Nationalspieler. Berücksichtigt man die fünf für das Freundschaftsspiel gegen Malta (13 Mai, 18:00 Uhr) nominierten »Perspektivspieler«, wird es noch erfrischender: die Hälfte dieses temporären Kaders ist nicht älter als 23 Jahre. Das ist eine Ansage.

In der Tendenz war das abzusehen, denn die Reihen der alten Nationalmannschaft hatten sich bis heute sukzessive gelichtet, entweder durch Verletzungen (Rolfes, der gerade erst beförderte Adler), Formtiefs (Fritz, Borowski, Odonkor, Hitzlsperger, Metzelder), Animositäten taktische Zwänge (Frings, Kuryani) oder Eintritt in den Vorruhestand (Neuville, Lehmann). Es war also zu erwarten, dass man neue Gesichter sehen würde, der ein oder andere Name wurde auch früh prognostiziert. In dieser Vielzahl aber, da kam es doch überraschend: Jogi Löw macht aus der Not eine Jugend.

Der Torwart Nr. 1

Die fünf Perspektivspieler sollen mal reinschnuppern, kaum einem wird es schon jetzt gelingen, einen Platz unter den letzten 23 zu ergattern. Selbst von den 27 Nominierten des erweiterten Kaders müssen vier noch vor Afrika heimkehren; welche das sein werden, entscheidet sich jedoch später, wie auch die Entscheidung um die neue neue Nummer Eins von Löw vertagt wurde. Zwar steht Hans Jörg Butt nun als Nachrücker für den verletzten Réné Adler fest – daraus könnte ein Vorteil erwachsen, denn Butt ist als dritter Mann gewiss eine Bereicherung –, nicht aber eine Rangfolge unter den drei Torhütern. (Ob Butt überhaupt Erster werden möchte? Wenn man die frühen Leistungen Adlers nach seiner Nominierung erinnert, und jetzt seine Rippenverletzung, dann wirkt das schicksalhaft. Fußballer mögen das Schicksal nicht sonderlich. Und Butt will zwei weitere Titel: noch vor Südafrika.)

Der Macher

Es ist also vieles noch offen, aber eines kann man schon jetzt sagen: Heute gab es den größten Umbruch in der Geschichte der Nationalmannschaft – personell und entwicklungsstrategisch, Jogi Löw gehört ein großes Lob: Vor ihm hat das niemand gewagt. Jahrelang hatte man hoffen müssen, dass der ein oder andere talentierter Spieler wider alle Gewohnheit frühzeitig in seiner Karriere die ganz große Chance bekommen möge. Heute endlich ist es soweit, und im Übermaß; ein Tag, wo die Chance Konzept geworden ist. Löw beweist Mut, er ist in seinem Tun selbstbewusst wie nie. Mag sein, dass er sich nicht zuletzt deshalb freier fühlt in diesen Tagen, weil seine Dissonanzen dem DFB dafür gesorgt haben, dass er keine übertriebene Rücksicht mehr nimmt, auf niemanden: Löw macht jetzt sein Ding.

Der Kader:

Tor: Jörg Butt (35), Manuel Neuer (24), Tim Wiese (28)

Abwehr: Dennis Aogo (23), Holger Badstuber (21), Andreas Beck (23), Jéromé Boateng (21), Arne Friedrich (30), Marcell Jansen (24), Philipp Lahm (26), Per Mertesacker (25), Serdar Tasci (23), Heiko Westermann (26)

Mittelfeld: Michael Ballack (33), Sami Khedira (23), Toni Kroos (20), Marko Marin (21), Mesut Özil (21), Bastian Schweinsteiger (25), Christian Träsch (22), Piotr Trochowski (26)

Angriff: Cacau (29), Mario Gomez (24), Stefan Kießling (26), Miroslav Klose (31), Thomas Müller (20), Lukas Podolski (24)

Perspektivspieler: Tobias Sippel (22), Mats Hummels (21), Stefan Reinartz(21), Kevin Großkreutz (21), Marco Reus (20)

(Einen Mitschnitt der Pressekonferenz gibt es auf DFB-TV.)

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Didi wills wissen

Foto: Copyright © 2010 by EXPA D. Scharinger

Nachdem Dietmar Beiersdorfer den Hamburger Sportverein inmitten des verflixten siebten Jahres verlassen musste, flog er die Karriereleiter hoch, heute ist er Sportlicher Leiter für das »Gesamtprojekt Fußball« bei einem großen Getränkefabrikaten. Für gleich drei Vereine trägt er nun die Verantwortung – New York Red Bulls, RB Leipzig und den FC Red Bull Salzburg, Tendenz steigend.

Dietmar Beiersdorfer scheint sich gerne an Hamburg zu erinnern:
Zé Roberto wurde mit New York ins Gespräch gebracht, Ricardo Moniz soll nach Salzburg gehen und wenn er doch bliebe, würde es teuer für den HSV, nun hat sich Beiersdorf mit Frank Rost getroffen. Aus alter Freundschaft. Auch Huub Stevens war mit dem HSV sehr erfolgreich, heute ist er Cheftrainer in Salzburg und nahezu Meister. Nach der Saison wird man sehen, wie weit Hamburg noch gen Süden rutschen wird.

»Es ist nicht so, dass Bernd Hoffmann und ich uns hassen«, sagte Dietmar Beiersdorfer nach seinem Abschied. Freunde jedoch werden die beiden so schnell nicht mehr, spätestens nach Hoffmanns »Ja« zu Beiersdorfer, das kein größeres »Nein« hätte sein können.

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Ich glaube ja, Bundestrainer Adenauer wird Frings nun doch mitnehmen; nicht Topform, sondern Rolfes als gesichtswahrenden Grund. #dfb #leu

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