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Trainer Baade

Ich schreib diesen Namen dort oben hin und schon muss ich schmunzeln. Das geht ja gar nicht, ich will ein Weblog empfehlen, das sowieso alle lesen, vorhin ist der Baade erst ausgezeichnet worden vom Sportmagazin, den Trainer kennt jeder. Ein bisschen peinlich also, das hier, aber das macht nix, denn manchmal ist einfach klasse, was der Baade schreibt, und dass es mir peinlich ist, das zu sagen, da kann er ja nix für – es geht, wie so oft, um Fußball, und alles:

Ich bin Einsvierundsiebzig, das war ich auch beim letzten Personalausweis schon.

Ich kenn den Baade nicht, ich stelle ihn mir nur vor. Ein Bild, das sich rekrutiert aus dem, was er schreibt, oder twittert, und ein bisschen aus dem, wie andere ihm begegnen; ein bisschen von wo auch immer. Ich glaube, der Baade ist ehrlich und ein bisschen ruppig, so ruppig eben, wie man das manchmal sein muss, wenn man ehrlich ist. Wenn ich an den Baade denke, stelle ich mir immer gleich auch an den Regener vor, keine Ahnung, die scheinen Brüder zu sein, wenn ich so um sie herumdenke. Aber den Regener kenn ich ja auch nicht.

Faszinierend finde ich, mit welcher Selbstverständlichkeit der Baade sein Zeug schreibt, diese Selbstverständlichkeit kriege ich kaum im Lesen hin, so viel will man sagen und weiß auch, stating the obvious, das wird der nicht mögen, Lobhudeleien, das kann ich mir nicht vorstellen, und deshalb zucke ich manchmal, wenn ich so etwas lese wie diesen neuen Text, was sollte man mehr sagen außer »toll«, und schon das scheint zuviel und irgendwie doof, nur »toll« drunter zu schreiben. Aber da muss ich jetzt durch.

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catenaccio

Die Aufwärmübungen sehen komplexer aus, als unter Heynckes. Michael Ballack wirkt wesentlich integrierter, als noch vor Wochen in der Liga.

Auch wenn sich das vielleicht seltsam anhört: Ich lese nicht viel über Sport, weder online noch offline, und überwiegend nur dann, wenn Neuigkeiten die Runde machen. Eigentlich habe ich noch nicht richtig darüber nachgedacht, woran diese Unlust liegen mag, aber vorhin zumindest eine Idee von der Lust bekommen, als ich diesen kleinen Bericht von catenaccio las, Gedanken und Beobachtungen, die mir auf sehr entspannte Weise einen Eindruck vom Geschehen gaben. So etwas, das mag ich sehr.

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Sorry

Copyright © 2006 Oliver Eltinger | Ich und mein innerer Assauer

Zwei Spiele noch, das ist nicht viel, und zu wenig, um noch eine vernünftige Position zu finden. Ich könnte berichten, warum dies nicht mein Turnier war, unabhängig von Art und Zeitpunkt des Ausscheidens der deutschen Mannschaft, aber im Grunde wäre all das vorgeschoben, denn was mich in diesen Tagen am allermeisten stört, das bin ich selbst: Es ist mir nicht gelungen, mich von meinem inneren Zwanziger frei zu machen.

Ich weiß nicht genau, wie das kam, er hat es sich gemütlich gemacht, ohne dass ich es merkte. Ein Summen der Güte lullte mich ein, lalala, das hatte über Strecken nichts mehr mit dem zu tun, was ich bin, wenn ich Fußball bin, der innere Kerl hatte Pause. Wenn es sich nur hier gezeigt hätte, im Schreiben und einer Halböffentlichkeit, ich könnte es hinnehmen. Aber das war substantieller, ein Betrug an mir selbst und den Frauen, es ist der Vernunft geschuldet, oder zumindest der Sehnsucht nach Vernunft, der unbeholfene Versuch, all das einfach gut finden zu wollen, weil es richtig wäre, all das gut zu finden. Nadine Angerer hat es nicht gut gemacht, bei diesem Gegentreffer, und sofort denke ich an die Dinge, die sie twittert, das ist so … nett, und bin sofort eingebremst in meiner Wut, in der Enttäuschung. Vielleicht ist das was Altes, uralt und biologisch konditioniert sozusagen, oh, da ist eine hingefallen, es hätte nicht viel gefehlt und ich wäre aufgestanden, ihr zu helfen; vielleicht auch schlicht Scheinheiligkeit, gar nicht übel, und dann doch nur halb hingeschaut, weil es einfach zu langweilig war in manchen Spielen, und manchmal zu schlecht. Ich habe selten so viel Fußball weggeschaut.

Das bedeutet nicht, dass Frauen schlecht Fußball spielen; es bedeutet, dass ich keine natürliche Haltung gefunden habe, alles verkrampft und verschwurbelt um Wissen und Wollen, eine reflexartige Rücksichtnahme, ganz nah an respektloser Arroganz. Ich werde versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen, ich werde fluchen und motzen, ich werde wenig verzeihen und euch in den Arsch treten, wenn ihr rumluschen solltet, und vielleicht wird es ein paar blaue Flecken geben, aber wir werden sicher mehr Spaß haben, der Frauenfußball und ich. Keine Ahnung, ob mir das gelingen wird. Aber wenn nicht, dann schalte ich eben weg, ganz ehrlich.

Heute ist der FIFA-Tag gegen Diskriminierung. Ich habe keine Ahnung, was das über die Worte hinaus bedeuten könnte, aber ich nehme ihn zum Anlass, gleich noch ein Bier und auf Nigeria zu trinken. Denn die haben es geschafft, mich aus der Reserve zu locken und hinein in meine Fußballnormalität, hinein also auch in eine gedankenlose Gleichstellung, hast du die Pissnelke gesehen, voll in den Rücken, und damit zwar in einen tendentiell gnadenlosen Zustand, aber eben auch einen des Respekts: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Und dann stinkt’s eben, so oder so. Prost.

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Platzverweis

Die DFB-Frauen haben alle Prognosen verfehlt, nur diese eine nicht, »3. Plätze sind was für Männer«, das hat sich bewahrheitet, hä hä. Schon Minuten nach dem Ausscheiden wurde der im Vorfeld der Weltmeisterschaft plakatierte Werbespruch erinnert und als frisches Zitat zum Werkzeug der Häme: Hochmut kommt vor dem Fall, Ausscheiden ist was für Frauen, wer zuletzt lacht und so weiter, und mit dem 3. Platz der Herren-U17 waren die Machtverhältnisse vollends wieder hergestellt, seht her, es stimmt ja doch.

Die vermeintlich gewitzte Anspielung wurde zum bitteren Slogan, Frauen gegen Männer gegen Frauen, nun rächt sich eure Arroganz, die zickige Schadenfreude hat nur einen Haken: Es trifft die Falschen, die Botschaft ist untergeschoben. Denn weder Frauen im Ganzen, noch die der Nationalmannschaft haben sich dermaßen angreifbar gemacht, nicht einmal der DFB. Die vielbeachtete Kampagne ist eine von ARD und ZDF, hier sitzt man halbblind in der ersten Reihe und schaut zu, ausbaden müssen es andere.

Es würde mich interessieren, was die Öffentlich-Rechtlichen sich dabei gedacht haben und ob es in der Konzeptionsphase mit Serviceplan, der beratenden Agentur, eine Debatte gab – ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass solch eine Gefahr nicht berücksichtigt wurde. Und wenn doch, dann wäre das schlecht, auch für mich, denn ein bisschen bin ja selbst ich in der Schuld, mitgehangen mitgefangen, ardundzdfundsie heißt diese Seite und ich gehe davon aus, dass es ein großes Sie ist, also ein ich, und das ist mir zumindest ein bisschen unangenehm. Zu meiner Entschuldigung: Ich bin nicht gefragt worden. Aber ich habe dennoch geantwortet, hier, und zurückgefragt, bei ARD und ZDF und bei Serviceplan. Ich bin gespannt, was sie sagen.

Gespannt bin ich auch, ob all das gegenüber den Spielerinnen ein Thema sein wird, die neben dem verschuldet sportlichen Desaster nun auch den unverschuldet potenzierten Spott ertragen müssen, keine Ahnung, wie das aussehen sollte, eine Entschuldigung vielleicht. Oder ein Kaffeeservice. Ernsthaft glaube ich nicht dran, schon die Formulierung des Events bei FIFA und Plakat, Frauen-Weltmeisterschaft, lässt ja ahnen, dass es nicht um Fußball ging, sondern um Frauen – und wenn schon nicht um Frauen als Sportart, was man bei dieser Wortfolge bald glauben könnte, dann auf jeden Fall aber um Frauen als Produkt. Und bei Produkten entschuldigt man sich nicht.

Nachtrag vom 13.7.2011 – Serviceplan, ARD und ZDF haben geantwortet:
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Sambaschule
USA vs. Brasilien (5:3 n.E.)

Auch wenn mich der Artikel über Han Hope Solo neugierig gemacht hatte, die Unlust schwang nach – ein Auge und ein halbes Herz, mehr als Zuschauen nach Gehör war nicht drin. Raunen und Lärm als ein Weckruf, mal nachsehen, aha, Eigentor, mir doch egal.

Es wurde ein zerfahrenes Spiel mit viel Latscherei: Balkon und zurück; halb verqualmte Zigaretten und ganz schlechte Schiedsrichter; kalter Kaffee und erhitzte Frauen Kommentare. Die zunehmenden Irritationen schrieb ich zuerst meiner unkonzentrierten Haltung zu, Harald passt nicht auf und schwätzt, aber das war gestern wohl tatsächlich seltsam, Spielberichte dokumentieren meine Unschuld. Kein Nachsitzen.

Obwohl ich es sehr wohl verdient hätte, denn ich habe mich grob unsportlich verhalten. Normalerweise tue ich das nicht, echt jetzt, eine einzige rote Karte in meiner aktiven Laufbahn, und die auch nur halb berechtigt, aber wenn ich es tue, dann ist Brasilien regelmäßig das Opfer. Gestern abermals: Obwohl mir beide Mannschaften relativ egal sind und ich also nicht durch egoistische Motive korrumpiert sein sollte, tat ich erneut, was ich lassen sollte: Ich hielt nicht zum Einen, sondern war gegen den Anderen.

Beinahe ein Déjà-vu, brasilianische Schule sozusagen. Es scheint vollkommen normal dort zu sein, sich bekloppt zu benehmen, am beklopptesten vielleicht Erika (diesmal die echte, kein Hashtag) und ihre Wiederauferstehung. Nummer 13 lebt.

Sie und die anderen, Marta und Gemotze, Schwalben und Gedöns, das empörte mich zunehmend, ich mag das nicht sehen, und es empörte mich auch, dass meine erste Einschätzung zum Thema Frauen und Fußball Lügen gestraft werden sollte, alles doch nicht so fair, eher herkömmlich verlogen. Zumindest in der Spitze, hochprofessionell nicht nur am Ball, sondern auch daneben; Scheinheiligkeit als die Weihe der Professionalität sozusagen.

Zum Glück misslang das. Und es misslang auf filmreife Weise, sollten die Amerikanerinnen nun tatsächlich auch Weltmeisterinnen werden, dann werden wir all das noch einmal sehen bekommen, rechtzeitig zur Weltmeisterschaft 2015 in Kanada, in 3D und mit Popcorn. Oder auf RTL II.

Foto: Szene aus der Übertragung der ARD.

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Ein Team, ein Traum, und Erika
Deutschland vs. Japan (0:1)

Ich habe mir zwei oder drei Sätze angehört, dann habe ich das Fernsehgerät ausgeschaltet. Den Rest denke ich mir, all diese Fragen an die Hilflosigkeit, das demonstrative Trösten, die Bildstrecken voller Häme mit den Texten von jenen, die es besser wissen als ich, gingen bestimmt leicht von der Hand diese Drei-Satz-Urteile, mir war ja schon das Geschwätz nach dem Spiel der Engländerinnen zu viel, viel zu viel, England eben, haha, England und Elfmeterschießen, mag ja sein, dass die Französinnen besser waren, aber diese Engländerinnen haben gekämpft und alles gegeben und sie haben mein Herz im Sturm erobert, und selbst wenn sie tausend Mal schlechter gewesen wären als sie waren, hätten sie all das nicht verdient, und nicht verdient haben es auch die deutschen Spielerinnen, geknutscht von Funktionären, wie man hört, und schon einen Atemzug nach dem Ende in finaler Kritik, und schon gar nicht haben sie verdient, niemals, unter Tränen dieses elende, verfickte Spruchband über den Rasen zu tragen. Wer sich das ausgedacht hat, ist ein herzloses Arschloch.

Ich hätte es mir gerne in der frühen Euphorie meiner Ahnungslosigkeit gemütlich gemacht, diese schönen Testspiele taten mir gut und ich mochte es, all diese Frauen erst langsam kennenzulernen, ihre Namen, und sie erst langsam auch wiederzuerkennen an Laufstil und Rückennummer, rund, elegant und weiblich. Ich hätte gerne verzichtet auf die dumpfe Angst, die ich bei den Männern über lange Zeiten ausreichend hassen gelernt habe, ich habe das Gefühl verdrängt, in den ersten Spielen, die nicht so gut liefen. Heute gelang es mir nicht mehr, zu verdrängen. Wie auch, wir haben verloren.

»Wenn der 2. der Weltrangliste gegen den 4. spielt, dann entscheiden Nuancen«, sagt die Bundestrainerin, und »wenn man so viele Standardsituationen hat und kein Tor macht, dann kann man nicht gewinnen.« Ja, nee, schon klar, mir jetzt auch, diese Erklärung ist tatsächlich hilfreich. Denn auch wenn ich manchmal glaube, etwas von Fußball zu verstehen, zumindest ein bisschen und für den Hausgebrauch, dann werde ich immer wieder eines Besseren belehrt, »sehr souverän« sagt der Kommentator und ich erkenne da nix, finde alles unsortiert und planlos, und ich möchte ihm glauben aber statt dessen nimmt diese alte Angst von mir Besitz, wenn ich sehe, wie gut organisiert die Japanerinnen sind, tolle Abwehr, dicht am Spiel, und ich kann da nix Deutschsouveränes sehen, klar, die Deutschen sind gut, das habe ich gelernt und erkannt, und sie halten da mit, aber eben irgendwie, und wie dann genau, das weiß ich nicht. Jetzt schon, Standardsituationen also. Das war der Plan. »Die haben ein gutes Timing beim Absprung«, hatte Silvia Neid vor ein paar Tagen gesagt, und ich hätte aufhorchen müssen, es war ein Indiz für die strategische Ausrichtung: Die Japanerinnen sind klein und wir sind groß, ein Kopfball wird reingehen.

Vielleicht ging es den deutschen Spielerinnen wie mir, und sie haben das Konzept nicht begriffen, zumindest ich jedenfalls habe mit zunehmender Spielzeit den Überblick vollends verloren, welch ein großes Durcheinander, ich hätte viel darum gegeben, wenn Klopp da gewesen wäre, der Klopp erklärt mir die Welt, wie sie mir gefällt; ich hätte ihn mir gewünscht im Studio oder am Rande des Rasens, auf dass er mir das erklärt oder jenen. Wie sie immer aufgeregter wurden, und hilfloser, und wie sie immer schwächer wurden, ja, wieso eigentlich schwächer? Wieso hatte ich dieses Gefühl, dass die Japanerinnen um so vieles stärker waren, in Geist und Körper, wieso sind die denn die deutschen Spielerinnen schon nach 70 Minuten kaputt, ist das die erschöpfende Angst, oder laufen die tatsächlich so viel, oder bin das nur ich, mit falschem Eindruck und ohne Klopp?

Es tat mir weh, den Kontrast zu sehen. Ich glaube auch jetzt noch, dass die deutschen Spielerinnen besser sind. Besser als sie es gezeigt haben an diesem Abend, und besser als die Japanerinnen. Aber das blieb theoretisch, während die Japanerinnen ganz praktisch das Beste aus allem gemacht haben. Ein schöner Spielzug reichte für das einzige Tor des Abends und ich hasse das Gefühl, dass es ein verdientes Tor war. Ich hasse das Gefühl, dass es schlüssiges Ergebnis eines aufgegangenen Konzepts war und ich hasse, dass ich sofort auch dachte, dass der Ball vielleicht haltbar gewesen sein könnte, wieso springt die denn da weg, und wieso bleibt die nicht stehen, ich hasse die Unausweichlichkeit solcher Momente, und ich hasse meine Ungerechtigkeit, diese Undankbarkeit, die mich durchfließt und das Unsolidarische, ich will all diese Gefühle nicht haben. Ich will lieber gewinnen.

»Ich wollte helfen, indem ich da stehe und gestikuliere«, sagte Frau Neid nach dem Spiel. Und endlich, endlich ergibt all das einen Sinn für mich.

(Erika, im Titel dieses Textes, ist das Hashtag der Weltmeisterschaft bei Twitter.)

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Noch nicht mehr

Foto: Copyright © 2011 Christian Metzler (Homepage | flickr)

Das da oben bin ich. Theoretisch. Tatsächlich ist es ist das Abbild eines Fremden als ein Symbol dessen, was ich war, und als ein Symbol meiner Sehnsucht, wieder zu spielen. Zu bolzen, besser gesagt, denn das ernsthafte Spiel im organisierten Wettbewerb, das ist etwas für jüngere Menschen. Bolzen, das dürfte ich; wollte ich, würde ich, wenn.

Es sind noch ein paar Stunden bis zum Spiel der Deutschen, als Kinder haben wir diese Zeiten sinnvoll genutzt, wir haben gearbeitet. Daran zum Beispiel, dass das Stoppen besser funktioniert – einer ballerte den Ball senkrecht in die Luft, der andere musste ihn stoppen, und wenn das Ding einen Meter wegtropfte, dann hatte man versagt. Das geht besser, nochmal. Und nochmal, nochmal, wird konnten nicht aufhören, zu stoppen, zu dribbeln und den Ball ein um das andere Mal in den Winkel zu zirkeln, auf der Wiese in das behelfsmäßige Tor, Winkel ist Winkel und drin ist drin, oder daneben; nochmal.

Es gab kein Warten, nur Fußball. Die Pause war unser Anpfiff und nach dem Ende ging es weiter, direkt alles nachspielen und besser machen. Dieser Bericht von den Brasilianern, die auf dem Rasen hockten und den Ball im Sitzen hochhielten, und sofort waren auch wir mit dem Arsch auf dem Boden und stolz, wenn das klappte. Zwei, drei Mal, oder vier, später mehr, mit dem Kopf und dem Knie und dem Herzen, und vollkommen ohne Verstand. Das Training am Abend mit den anderen, das war die Nachspielzeit eines endlosen Tages.

Irgendwann später hatte ich es noch mal versucht, der Müller kommt wieder, und ein paar Trainigseinheiten reichten, um die alte Sehnsucht mit Leben zu füllen. Anstrengend und fremd, das Heimkommen in eine Welt, die sich verändert hatte. Mein Körper erinnerte sich besser als ich, der machte das ohne mein Zutun ganz automatisch, er wusste noch immer von all dem, und er tat, was er nicht mehr konnte. Ich knickte dann um, glaube ich, denn ich kann mich nur an den Schmerz erinnern, alle Bänder im Knie waren hin, Meniskus, etc.

Das kaputte Knie hat mich immer begleitet, es war nie egal, erst in den letzten Jahren hat es sich wieder stabilisiert, ich habe viel dafür getan, Muskeln aufgebaut und tägliche Übungen, langsam kommt diese Lust wieder, es noch mal auszuprobieren, das mit dem Bolzen. Wenn bei Twitter der eine von seinen Schuhen erzählt, der andere kicken geht, oder wenn ich die Jungs sehe, drüben auf dem Sanderrasen, Studenten vermutlich, aber das würde nicht stören. Kann mich ja ins Tor stellen und langsam nach vorne arbeiten, weiß nicht. Mal sehen, ob ich dürfte, wenn ich wollte. Und ob ich würde.

Veröffentlicht von: Harald Müller | Unterhaltung: Kommentare deaktiviert | Kategorie: Bild | Schlagwörter:

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