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El Fútbol

Die spannendsten Videos findet Sidan von El Fútbol, mir scheint, dass hier viele Staffelläufe im Netz ihren Anfang finden, zum Beispiel:

Da einem Mario Balotelli die Vollendung eines Angriffs auf herkömmliche und stinknormale Art aber etwas zu uncool zu sein scheint, entschließt er sich für die folgende Aktion, deren extreme Unangemessenheit sehr schön an der Wtf-Reaktion seines Teamkollegen Edin Dzeko abzulesen ist.

Es ist ein bisschen düster drüben, rein optisch, und das Icon seines Twitter-Accounts lässt mich immer ein wenig zurückzucken, aber das macht nix, bei Ali würde jeder zucken, und das Lesen und Zusehen wiegt den kurzen Schrecken auf. Eine klasse Idee ist die Rubrik Sport Bild-Watch, offene Worte wie im gesamten Blog, auch wenn ich die Schlüssigkeit der Kritiken nicht beurteilen kann – ich lese Sport-Bild nicht. Aber El Fútbol lese ich, und gerne.

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Robben


Das Bild gehört nicht hier hin. Ich wollte es auf Tumblr posten, damit es dort rechts in der Randspalte erscheint, wo gestern und jetzt und zukünftig immer mal kleine Dinge erscheinen, »Im letzten Moment«, auch wieder so ein bedeutungsschwangerer Titel, was soll das überhaupt heißen, im letzten Moment, der letzte Gedanke eben, das letzte Fundstück, aus dem Zusammenhang gerissen, halbegal, ich wollte es auf Tumblr verstecken, aber Tumblr ist down, grad.

Jetzt also mit einem Schluck zuviel und zuwenig Geduld dann doch hier, mein Vater hat mir ein paar Bilder geschickt, nein, das ist kein Aufwand, ist es natürlich doch, denn er macht die vom Dia, latscht also zur Drogerie Platen, falls es die noch geben sollte, in Düsseldorf Wersten, oder vielleicht auch woanders hin, und lässt von diesen Dias Abzüge machen. Ich finde diese Selbstverständlichkeit klasse, mit der er das tut, ich kann mich darauf verlassen, das er tut, was er sagt. Er sagt nicht viel.

Die Schußhaltung à la Robben, hat er geschrieben, mein Vater, und er ist lange nicht mehr der gleiche Vater wie der, den ich erinnere, aus den Zeiten dieses Fotos, Fortuna hat dich beobachtet, hatte er damals gesagt, aber du bist denen im Training zu faul, du hast keinen Ergeiz, und ich erinnere noch sein Gesicht und den Blick, er war Handballer eben bei denen und er hatte das mitbekommen, vermutlich haben sie ihn sogar angesprochen, weiß nicht, stelle ich mir so vor, hat keinen Bock, dein Sohn, und ich war wütend, damals, dass er mich nicht vorgewarnt hatte, ich hätte ja einfach so tun können für einen Abend, als hätte ich diesen Ergeiz, den man wohl haben muss, und als würde ich wollen, was man wohl wollen muss. Ich wollte immer nur mit den Jungs zusammen sein, und ein bisschen Fußball spielen. Das reicht nicht.

Jetzt also dieser Satz auf einem Post-it, ich und Robben, und ich kann mir sein Lächeln vorstellen, das ist sehr charmant wenn der Mann lächelt, mein Vater, und ich habe das Seltene immer verstanden – Jahrgang 37, da schenkt man sein Lächeln nicht wahllos her. In den letzten Jahren alles anders, er wird freier von all dem, und ich wünschte, das ginge immer so weiter, und weiter, wohin auch immer, aber weiter.

Ich muss jetzt die Kurve kriegen, weg von einem Foto, das nicht hier hin gehört, hin zu irgendetwas anderem, das besser in ein Fußball-Weblog passt, tagesaktuell vielleicht, irgendwas mit Fußball vielleicht, vielleicht ja das Foto von Podolski und Arsenal, und ein bisschen reden darüber, wie das wohl sein mag, Fußballer zu sein und ein Mann wie Podolski, und welch ein Gefühl das wohl sein mag, Stirn an Stirn, und ob die Welt dann wohl weg ist und man alleine mit jenem, oder doch nur halbernst und vertrauend auf einen rettenden Schiedsrichter, ein bisschen was über Testosteron erzählen, und über Männer wie Podolski, und einfach weitermachen, weiter. Ich glaube, das krieg ich heute nicht mehr hin.

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Fanartikel

Ich war nie Fan. Zwar hat es Verliebtheiten gegeben und Lebensabschnittsbegeisterungen, aber diese eine große Liebe meines Lebens habe ich nie gefunden: Wenn es um Vereine geht, will mir die Unbedingtheit wahrer Liebe nicht gelingen. Es muss schön sein, so zu fühlen, gute und schlechte Zeiten mitzuerleben, und eben nicht wegzurennen wenn es schlecht aussieht und man zutiefst genervt ist, so wie auch die anderen bleiben. Nicht alleine sein. Ich versuche ernsthaft, mir das vorzustellen, und bleibe unbeholfen. Unbeholfen auch in der Betrachtung all dieser Hysterie um Manuel Neuer.

Ich konnte nicht nachvollziehen, dass er von den eigenen Schalker Fans vor der Zeit verstoßen wurde, ich konnte nicht nachvollziehen, dass er von den eigenen Bayerischen Fans nicht angenommen wurde. Er schien mir Gefangener im Niemandsland zweier Welten der Unvernunft, was soll denn all das, all jene auf dem Rasen sind Profis und kaum einer bei seinem Heimatverein, ungleich Scheinheiligere gibt es zu Hauf, aber Neuer? Der ist authentisch und ehrlich, der Mann hat Charakter. Mir schienen das Vorgänge aus einer anderen Welt und vor allem Indiz für Unvernunft. Ultras mit diesem anmaßenden Gehabe, dachte ich, was glauben die denn, wer sie sind, dachte ich, ein wilder Haufen gelebter Unvernunft.

Das war mir suspekt, und ein bisschen machte es mir Angst, eine uralte Furcht vor Dogma, Intoleranz und Aggression; auch irritierte mich die eigene Ratlosigkeit. Ein Interview habe ich gelesen, und Texte über Ultras, Benimmregeln und Identifikation, ein bisschen hat es geholfen, zumindest glaube ich das. Ein Zwischenstand: Zwar liebe ich Vernunft und Fairness, aber das scheint ein zu rationaler Ansatz, er wird der Situation nicht gerecht. Denn es geht nicht um den Verein, weder um diesen noch um jenen, es geht nicht um Profis und Fußball, das alles sitzt tiefer und meine Einschätzung bewegte sich in der falschen Kategorie: Manuel Neuer ist jetzt nicht in erster Linie Spieler und Profi, sondern Mensch, und die Angespanntheit zwischen ihm und den Anderen ist vor allem ein Ausdruck von Menschlichkeit, durch seine Mitgift als Ultra ist er unter Seinesgleichen und für jene: auf Augenhöhe.

Im Versuch, das in Bilder und Erinnerungen zu übersetzen, die mir und meinem Erleben näher sind, fallen mir unzählige Dramen ein, es geht um Liebe und Verrat, Misstrauen, tiefe Verletzungen und Enttäuschungen und klar, es geht dabei niemals um Vernunft. Sondern um Gefühle. So stelle ich mir das zumindest vor, und so fällt es mir leichter, nachzuvollziehen. Im Grunde zeigt die Situation ja gerade durch die Irrationalität und Aufgeregtheit die Bedeutung dieser Beziehung, und sie zeigt auch das Ringen um einen respektvollen Umgang. Nichts scheint egal. Das hat auch etwas Schönes.

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Arigatō

Es war ein langer Abend, gestern, und ich habe wenig Schlaf abbekommen. Jetzt sind die Aufgaben des Tages erledigt, jetzt könnte ich, aber meine verspätete Vorfreude auf feiernde Texte läuft ins Leere. Netzweit nur Schlagzeilen anderer Art, es ist ein Nachmittag danach: Weltmeisterschaft, das war gestern. Dass sie so schnell verschwand, das passt ja, es kommt mir vor wie die Erinnerung an einen Traum, der noch in den Tag hineinreicht, und von dem man nicht mit letzter Sicherheit weiß, ob das nun tatsächlich Traum war oder real, oder zu welchen Teilen das Eine oder das Andere.

Das Finale war gestern, ich bin mir beinahe sicher, und es war traumhaft. Es schwingt in mir nach, ein tatsächlich finales Spiel des Turniers, es war das beste und Drama. Und es wurde von zwei Mannschaften bestritten, wie ich sie mir wirklich gewünscht hatte, vollkommen unterschiedlich in Spielweise und Haltung, unterschiedliche Kulturen auf jede Weise und eben auch auf dem Grün, eine Diskrepanz, die beinahe körperlich zu spüren war. Und beide Mannschaften auch hochverdient dort, zur Zeit und am Ort, das war Fußball, schon klar, aber es war ein bisschen auch wie der Kampf zweier Interpretationen des Lebens: Euphorisch, emotional und mit dem kraftvollen Willen, die Idee einer Geschichte zu realisieren, oder eben beherrscht und konzentriert, und mit einer ans Fatalistische grenzenden Wanderung auf einem als richtig erkannten Weg. Amerika und Japan, ich wünschte, ich könnte dieses Spiel fremder Kulturen besser fassen. Aber mir ist ja schon die eigene fremd.

Spiel
Japan vs. USA (5:3 n.E.)

Jetzt also Fußball, und ein letztes Spiel, es hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich hatte das anders geplant, hatte mich ja längst verliebt in diese Japanerinnen und ihre ruhige Weise, die spielen so gut und auf technisch solch hohem Niveau, das Kurzpassspiel erinnert mich immer wieder ein bisschen auch an Spanien, Barcelona für Momente, und dann diese tollen langen Pässe in Lauf oder Schnittstelle, auch so ein Wort, an das ich mich nicht gewöhnen kann, Gasse hieß das früher, tolle Pässe in die Gasse also, und diese Freistöße von Miyama, Mann, ich hatte nicht im Ansatz geglaubt, das die amerikanischen Spielerinnen auf Sicht etwas entgegenzusetzen hätten. Obwohl ich die ja auch mag, auf eine andere Weise, das Hollywoodeske wie in einem der absehbaren Sportfilme, nur eben live, das hat was, und ich mochte auch ihren harten Weg ins Finale, voller Kampf und Kraft und Willen.

Kam aber anders, und das mitlaufende Fazit wackelte wie selten, alles anders und immer, diese Amerikanerinnen ließen eben nicht nach und nie, diese Japanerinnen fanden eben nicht zu der vermuteten Überlegenheit, im Gegenteil, die Amerikanerinnen mit so unglaublich vielen Chancen und nach dem Tor dachte ich tatsächlich, dass die Japanerinnen es nicht mehr schaffen, etwas zu ändern, das war ja nicht zu sehen, dass sie irgendwas anders machen wollten, einfach immer so weiter, wird schon, und dann doch der Anschlusstreffer in mein Verdutzen hinein. Vielleicht also doch noch, oder nicht, und schon wieder hinten, und schon wieder kaum etwas anderes in der Reaktion der Japanerinnen, schon wieder so weiter, und weiter, und weiter, und ein solch unbeirrbares Vertrauen in den richtigen Weg habe ich niemals zuvor erlebt, niemals mit einem solch erfolgreichen Ausgang.

Zweimal kamen sie zurück, die Japanerinnen, die pure Aufregung im Spiel und in mir, sie blieben immer ruhig. Sie blieben ruhig in dem Wissen, dass es nicht läuft, und selbst, als sie durch eine rote Karte dezimiert wurden, war keine Panik zu sehen. Wie sehr all das Leistung ist und nicht zufällig, das konnte man in wenigen Momenten sehen; der ausgestreckte Arm der Torschützin nach dem Anschlusstreffer, das Aufflackern der Emotionen in den Gesichtern, es ist eine erarbeitete Ruhe und darüber hinaus taktische Meisterleistung: Das Beste tun, auf die als das Beste erkannte Weise, mehr ist nicht möglich; das Ergebnis wird zwangsläufig richtig sein, wie auch immer es endet. Faszinierend.

Im Elfmeterschießen wurde die kleinste Torhüterin des Turniers, gut, ich habe das nicht verifiziert, aber zumindest und sicher die größte kleine Torhüterin der Welt, zur Heldin, zweimal gehalten und alles: Weltmeister, in einem der besten Finale seit Jahren.

Nachspiel

Und das Entsetzen in den Gesichtern der Amerikanerinnen, und wie ich kaum auseinanderhalten konnte, wann es ein echtes Entsetzen war, und wann es in eine tragisch-heroische Haltung wegrutschte, und wie ich mich sofort auch ganz furchtbar fand in diesem Misstrauen, dass es nicht durchgängig echt sein könne, dieses Entsetzen, sondern ersetzt würde durch eine Idee, dabei ist das doch klar, dass die ehrlich traurig sind, die Amerikanerinnen, und dass es ein tatsächliches Drama ist, ein solches Spiel doch noch zu verlieren. Und die Freude der Japanerinnen und ihre Ausgelassenheit, und dieses Ringen zwischen großen Emotionen und der vertrauten Zurückhaltung, gänzlich unverborgene Tränen, und wie sie durch das Spalier der Amerikanerinnen gehen, und jeder die Hand geben mit einem offenen Blick, Freude und Tränen und Mitgefühl, stelle ich mir vor. Mitgefühl vielleicht auch besonders durch das Entsetzen der letzten japanischen Monate, später dieses Transparent ihres Dankes an die Welt und automatisch das Aufblitzen der Erinnerungen an das, was ja war und ist, und all die Geschichten des Vorfelds, dass sie umziehen mussten durch den Reaktorunfall, ausgerechnet in die USA, all das für sie niemals ganz weg, nicht in den letzten Wochen, nicht gestern, nicht heute.

»Es freut uns, dass wir so lange im Turnier geblieben sind«, wird eine nachher sagen.

Dieses eine Bild will mir nicht aus dem Kopf, all diese Hände, wie sie nach dem Pokal greifen und ihn gemeinsam in die Höhe halten, nur Arme und Hände und dieser Pokal, als hätten Sehnsucht und Hoffnung Form gefunden und würde auf Händen getragen, beinahe zärtlich. Und das Marine Corps War Memorial fällt mir ein, eine Handvoll Männer und eine Fahne, und für einen Moment gerät all das ein bisschen durcheinander, das Siegen und Verlieren, und die Geschichten dahinter.

Es war ein großartiges Fußballspiel. Danke.

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Schmelzer

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ist beinahe vorbei, ein letztes Spiel bleibt zu spielen: Japan trifft auf die USA, beide Mannschaften könnten unterschiedlicher kaum sein, es verspricht spannend zu werden.

Die Deutschen müssen zuschauen, eine besonders: Bibiana Steinhaus wird Schiedsrichterin des Finales sein. Man darf sich mitfreuen, das ist sicher ein Karrierehöhepunkt für sie, und – man darf misstrauisch sein, denn Inbesitznahme ist deutsches Hobby geworden: Wir waren Papst, jetzt sind wir Schiri?

Mal sehen, wie Bernd Schmelzer das handhaben wird, er ist Reporter des Spiels und Held der einzig relevanten Umfrage zum Finale (Nachtrag vom 18.7.2011, Ergebnis liegt vor):

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Frisk, from, freidiji, fri
Schweden vs. Frankreich (2:1)

So spielen also Schwedinnen, ihr Tanz hat nicht zu viel versprochen. Frisch, fröhlich, frei, über die Frömmigkeit kann ich nichts sagen, aber kräftig und laufstark sind sie, und ein bisschen wild. Diese Art Fußball zu spielen ist erfrischend, ich mag das, es kommt mir beinahe ein bisschen wie das erinnerte Englische vor. Nur hübscher.

Erfolgreicher auch, schon nach dreißig Minuten fiel das erste Tor. Tom Bartels war das nicht recht, absolut vermeidbar, meint er, man muss nur verteidigen, dann ist das kein Tor. War aber eins. Und es war eines, wie es noch weitere hätte geben können, denn dieses Zufallstor resultierte aus einem Konzept, das auf dem Papier etwas antiquiert wirken mag, aber schön anzusehen, so wie es die Schwedinnen spielen.

Die französische Torhüterin verletzte sich bei dem Versuch, dieses Tor zu vermeiden, sie musste ausgewechselt werden. Für einen Moment war ihre Enttäuschung zu sehen, als sie auf dieser Bahre lag und weggetragen wurde, ein verfluchtes Spiel, konsequenterweise warf sie ihren Glücksbringer* weg. Vielleicht voreilig, denn kurz darauf musste auch Nécib den Platz verlassen, hoffentlich nicht der obligatorische Kreuzbandriss, wird Bartels später sagen, als er sie auf der Bank sitzen sieht, das Bein bandagiert. Gute Besserung.

Am Ende feierten die Schwedinnen den dritten Platz bei dieser Weltmeisterschaft – leicht war das nicht, aber verdient, den Erfolg haben sie sich erkämpft: Nachdem die Französinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ausgleich erzielt hatten, rasselten zwanzig Minuten vor Schluss Bompastor und Öqvist zusammen, Bompastor tritt nach, Öqvist tritt zurück, man darf ganz gewiss Karten verteilen, zwei gelbe für mich, aber es wird rot, man kann es sich ansehen. Hinhören muss man nicht.

Unterzahl also, Verletzte später, ein Tor von Hammarstöm war dennoch das letzte zum Sieg. Sie tanzt eine Gegnerin aus und eine andere, haut den Ball volle Suppe in den Winkel, ein ertanztes Traumtor vor all den Tänzen, die ich so mag, und vor diesen seltsam herbstlichen Schnipseln, die später zur Feier auf den Platz geblasen wurden. Und zwischen den ausgelassenen Schwedinnen jene eine, die sie sich hinlegt auf den Rücken, als wäre das Schnee, und mit den Armen und Beinen einen Engel macht, Dritter, himmlisch, Glückwunsch!

*) Vielleicht war es auch ein Handschuh, eine Trinkflasche, aber Eindruck und Vorstellung, dass es ihr Glücksbringer war, der in der Minute seines Versagens entsorgt wurde, das gefällt mir viel besser.

(Zur Headline: »Frisk, from, freidiji, fri« lautet der Turnerwahlspruch im Schwedischen, sagt Wikipedia.)

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Amuse Gueule

Ich freue mich auf das kleine Finale, Frankreich gegen Schweden, ohne deutsche Beteiligung aber nicht unbeteiligt, denn ein bisschen habe ich mein Herz verloren an die süßen Schwedinnen. Die spielen super, hört man, aber ich weiß nicht, ob ich mich auf mein Gehör verlassen kann, in ein paar Stunden werden sich die Augen zuschalten, mal sehen. Warum ich sie dennoch schon jetzt mag, hat einen anderen Grund, und sicher keinen guten für Frauenfußballinteressierte, politisch daneben, aber ich kann nichts dafür, ich hab das einmal gesehen und muss schon bei der Vorstellung lächeln: Ich mag, wenn die Schwedinnen tanzen.

Ihr Kriegstanz ist das perfekte Gegenstück zum Haka, weniger Testosteron aber mehr Freude, und mein innerer Indianer tanzt mit, heyaheya, dass sie gut Fußball spielen, nehme ich gerne in Kauf. Wie gut tatsächlich, da bin ich gespannt, ich weiß das nicht wirklich, denn im Grunde ist mir schwedischer Fußball ganz geschlechtsneutral egal. Dass ich den schwedischen Fußball verfolgt habe, ist ewig her und ich glaube, selbst damals auch nur aus einem seltsamen Grund, ich fand Ronny Hellström klasse, und hier besonders Paraden und Bart. Lange her, es sei mir verziehen.

Heute also ein erstes und auch schon letztes Spiel über die volle Distanz; mit Tanz, und mit mir.

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